Beeindruckendes Weihnachtsspiel jenseits aller Stallromantik
Oberstufenschüler des Staatlichen Landschulheims spielen Carl Orffs „Ludus de nato Infante mirificus“.
Ein mitreißendes, tief beeindruckendes Weihnachtsspiel jenseits von aller Stallromantik gestalteten Schülerinnen der Q 12 größtenteils in eigener Regie auf der Bühne des Landschulheims. Unter der Betreuung von Rothraud Knirsch inszenierten sie „Ludus de nato Infante mirificus“ von Carl Orff. In dem Weihnachtsspiel wird gezeigt, wie Hexen als Repräsentanten des Bösen in der Welt, die Geburt des Messias zu verhindern suchen. Durch die weiß geschminkten Fratzen und schwarzen Kostüme wahrlich dämonisch anzusehen stellten neun Schülerinnen des Projektseminars die Zaubertänze der Hexen dar. Perfekt einstudiert schleuderten sie ihre Flüche, Verwünschungen und Hoffnungen in rhythmischem Sprechgesang in die Welt. Gut gelang auch das Zusammenspiel mit Schülern des Schulorchesters, die hier ausnahmsweise nicht ihre eigenen Instrumente spielten, sondern die typischen Orff`schen Schlagwerkinstrumente, wie Schlitztrommel, Tamtam, Stein- und Gläserspiel. Die besonderen Klänge verstärkten noch den dämonischen Zauber auf der Bühne. Die böse Absicht der Hexen jedoch wird durchkreuzt von den Hirten, die der heiligen Familie helfen, den Weg zu finden. Den Part der Hirten stellten überzeugend vier Lehrer dar, darunter der frühere Schulleiter Hans Schwab und Bühnenprofi Kurt Lohwasser. Sie unterhalten sich in altbayerischer Sprache und reagieren – wie die Menschen noch heute - unterschiedlich auf die frohe Botschaft von der Geburt des Heilands. Im dritten Teil erscheinen statt der von Orff erwähnten Engel Kinder – Schüler von der 5. bis 7. Klasse – und hängen selbst gemalte Bilder zum Thema Weihnachten auf. Die Hexen aber geben nicht auf: Wenn auch ihr Ansinnen vorerst gescheitert ist, verkörpern sie weiter das Böse und wissen genau, dass sie immer wieder Menschen finden werden, die andere ans Kreuz nageln. Dass Gott dem Menschen selbst die Wahl zwischen Gut und Böse gelassen hat, symbolisiert am Schluss ein großer roter Apfel auf der Bühne. Als Berater für die Regie konnten die Schüler den aus Grassau stammenden Schauspieler Thomas Reichert gewinnen. Rothraud Knirsch hatte den Sprechgesang einstudiert und leitete die Schlagwerkgruppe. Während des drei Viertelstunden dauernden Spiels folgte das Publikum gebannt und mucksmäuschenstill im voll besetzten Festsaal dem Geschehen auf der Bühne. Am Schluss brandete langer Beifall auf und auch die großzügigen Spenden zeigten, wie beeindruckt das Publikum war.
Christiane Giesen

