Wie vier antike Denker von München nach Bernau kamen
Mit Engagement und einer großen Portion Forschergeist hat sich die Klasse 9d am diesjährigen Geschichtswettbewerb "Erinnerungszeichen" beteiligt. Das Wettbewerbsthema widmete sich König Ludwig I.
Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für ein außergewöhnliches Objekt der Lokalgeschichte, nämlich die vier Statuen vor der Bernauer Grundschule. Die überlebensgroßen Plastiken zeigen den Philosophen Aristoteles, den Geschichtsschreiber Thukydides, den Dichter Homer und den Mediziner Hippokrates.
Was auf den ersten Blick wie reine Parkdekoration wirkt, entpuppte sich schnell als spannendes historisches Rätsel. Die Jugendlichen wollten wissen, wie diese Plastiken nach dem Zweiten Weltkrieg von München nach Bernau gelangten – und weshalb Ludwig I. ausgerechnet diese vier Persönlichkeiten der Antike ausgewählt hatte.
Die Klasse recherchierte in Partnerarbeit die Herkunft der Statuen, verfolgte ihre Wege durch die Wirren der Nachkriegszeit und rekonstruierte, wie sie schließlich ihren Platz in Bernauer fanden. Gleichzeitig beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, welche Bedeutung Aristoteles, Thukydides, Homer und Hippokrates für Ludwig I. hatten. Warum waren gerade sie für den kunst- und bildungsbegeisterten König so wichtig, dass er ihnen Denkmäler setzen ließ?
Die Antworten darauf fanden die Jugendlichen nicht nur in Büchern, sondern auch in Gesprächen und historischen Quellen. Unterstützt wurden sie dabei von Bibliothekarin Daniela Hermann, selbst Archäologin, von Deutschlehrerin Sandra Altmann und von Kunstlehrerin Nadia Giorgini.
Nach etwa vier Wochen des Recherchierens, Schreibens, Diskutierens und Überarbeitens entstand ein 25-seitiger wissenschaftlicher Aufsatz. Die Klasse 9d reichte ihn fristgerecht ein. Schulleiterin Katharina Brachmann beglückwünschte die Klasse.
Nun heißt es warten, bis die Jury des Wettbewerbs ihre Entscheidung trifft. Die 9d hofft natürlich, dass ihre intensive Arbeit Anerkennung findet.