Eindrucksvolle Aufführung von Michael Endes "Die Spielverderber" durch das Oberstufentheater und den Singverein
Mit Michael Endes „Die Spielverderber oder das Erbe der Narren“ hat die Oberstufentheatergruppe des Gymnasiums Marquartstein bei ihrer Premiere am 17. Mai 2026 ein unterhaltsames wie gedanklich vielschichtiges Stück auf die Bühne gebracht. Unter der Regie von Sandra Altmann gelang eine lebendige Inszenierung, die das Publikum im voll besetzten Prinzregentensaal sichtlich in ihren Bann zog.
Die Ausgangssituation ist schnell umrissen: Sieben einander unbekannte Personen folgen der Einladung zu einer geheimnisvollen Testamentseröffnung – und finden sich bald in einem Spiel wieder, das ihre tiefsten Sehnsüchte schonungslos und manchmal zum Lachen komisch entlarvt. Was zunächst leichtfüßig beginnt, entwickelt sich zu einem spannenden Machtspiel voller überraschender Wendungen und Gesellschaftskritik.
Das Ensemble überzeugte durchweg mit großer Spielfreude und klar herausgearbeiteten Charakteren. Sophia Neureiter eröffnet als Notarin das Testament und vermittelt mit ruhiger Präsenz einen professionellen Eindruck. Maja Vogt gestaltet die berechnende Elsbeth Geryon in bösartiger Schärfe, während Marius Netzer als ihr schusseliger Ehemann Egon für charmante und humorvolle Momente sorgt.
Auch die weiteren Rollen sind passend besetzt: Sophia Apfel verleiht der blinden Anna eine fast tragische Bitterkeit. Doch kaum verspüren die Zuschauer Mitleid mit ihr, lernt man sie von einer ganz anderen Seite kennen. Publikumsliebling Nina Elmendorff demonstriert als Kellnerin Paula, dass auch Dummheit gefährlich sein kann und Marlou Gartner wickelt in ihrer Rolle als Heiratsschwindlerin Jenny ihre Mitspieler wie auch das Publikum um den Finger. Lieselotte Poebing überzeugt als warmherzige Lehrerin Karla mit feinen Zwischentönen, doch auch sie erliegt den Verlockungen des Geldes. Die Rolle von General Schweler spielt Oskar Dransfeld und macht eindrucksvoll und stimmgewaltig deutlich, dass Gewalt allenfalls eine kurzfristige Lösung ist. Ein außergewöhnlicher Charakter kam Charlotte Dransfeld als Haushälterin Antonia zu, die das Geschehen mit geheimnisvollen Andeutungen lenkt.
Erstmals hat sich die Oberstufentheatergruppe mit dem Singverein zusammengeschlossen, ein Glücksgriff. Ein echter Höhepunkt ist die musikalische Gestaltung unter der Leitung von Michael Hiemke. Die etwa 40 Sängerinnen und Sänger unterstützten das Bühnengeschehen und setzten gezielte Akzente, die die emotionale Entwicklung der Handlung verstärkten.
So entstand ein Theaterabend, der unterhielt, aber auch zum Nachdenken anregte. Die knapp fünfzig Darstellerinnen und Darsteller bilden zusammen durch ihre Größe, doch auch in ihrer Kreativität ein bemerkenswertes Ensemble.
Die Schulfamilie des Gymnasiums Marquartstein bedankt sich herzlich bei Bürgermeister Andreas Scheck, der für die Proben und die Aufführungen den Prinzregentensaal ganz unkompliziert zur Verfügung gestellt hat.
Weitere Aufführungen finden am 20. und 21. Mai 2026 jeweils um 19.00 Uhr im Prinzregentensaal Marquartstein statt. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.