Ethik

Fachprofil Ethik

Der Mensch ist das, wozu er sich macht. (Jean-Paul Sartre)

Was ist das Leben? Ist die Realität wirklich real? Was passiert nach dem Tod? Woher kommen die Dinge? Wer bin ich? Wie kommt die Moral in die Welt? Oder wie Immanuel Kant formuliert: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?

Diese Fragen umfassen zentrale Aspekte des Ethikunterrichts. Mit Gedankenmodellen und Antworten von bekannten Philosophen und Denkern beginnt die Suche nach Werten und Normen, Sinn und Moral, die um die Frage nach dem guten Leben kreisen: dem eigenen ebenso wie dem der anderen.

Inhalte/ Lehrplan

„Der Ethikunterricht dient der Erziehung der Schüler zu werteinsichtigem Urteilen und Handeln“ (Art. 47 Abs. 2 BayEUG). Er unterstützt die jungen Menschen in ihrer Suche nach moralischer Orientierung in der Welt von heute, indem er ihnen Entwürfe und Theorien vorstellt, die aus einer langen Entwicklung philosophischen Denkens und wissenschaftlichen Forschens hervorgegangen sind. Die Jugendlichen vergleichen diese Modelle mit den von ihnen selbst entwickelten Vorstellungen und kommen so zu einem eigenen Bild von einem guten und gerechten Leben und von dem Menschen, der sie gerne wären.

Die klassischen Themenfelder vor allem in der Unter- und Mittelstufe umfassen Jugendbelange wie beispielsweise Freundschaft, Familie, Konflikte und deren Lösung, Sexualität, Identität, Umwelt bis hin zu globaleren Themen wie der Suche nach Glück oder dem Sinn im Leben.

Die Auseinandersetzung mit Fragen wie „Was unterscheidet einen Freund von einem ‚frenemy‘, einem als Freund auftretenden Feind?“; „Wie kann ich es schaffen, dass man mir wirklich zuhört?“, „Wie soll ich mich zwischen einem Familien-Urlaub und Ferien mit Freunden entscheiden?“ dient den Jugendlichen über den Unterricht hinaus als Orientierung und Halt.

Selbstverständlich darf die Beschäftigung mit Weltreligionen nicht fehlen. In enger Zusammenarbeit mit den Religionsfachschaften, jedoch unter einem anderen Blickwinkel, begegnen die Schülerinnen und Schüler dem Christentum, Judentum, Islam sowie Buddhismus/ Hinduismus in Theorie und Praxis

Kommunikation, Konfliktlösung, Werteerziehung – Das Fach Ethik leistet gerade durch solche Schwerpunkte seit jeher einen umfassenden und elementar wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und -entfaltung der Schülerinnen und Schüler.

Wenn beispielsweise philosophische Texte im Unterricht behandelt werden, lernen die Jugendlichen weit mehr als zu analysieren; im Fach Ethik wird diskutiert und schließlich werden Erkenntnisse und Techniken auf die persönliche Lebenswelt der Schüler angewandt. So setzen wir uns in der Oberstufe zum Beispiel damit auseinander, ob Kant in seiner „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ Recht hat, wenn er meint, man könne es eigentlich gar nicht wollen, dass man morgens lange faul im Bett liegt.

 

Prinzipien der Unterrichtsgestaltung

Neugierde entfalten, Fragen stellen und Überlegungen anstellen, sich mit den Mitschülern und mit unterschiedlichen Sichtweisen auf die Dinge auseinandersetzen, Empathie entwickeln, achtsam kommunizieren, Erkenntnisse erlangen und Wissen vertiefen sind nur einige der zentralen Aspekte, die zum Beispiel durch Diskussionen/ Diskussionsrunden, Debatten, Rollenspiele, thematisch ausgerichtete Gesprächsrunden, Projekt- und Expertenarbeit u.v.m. je nach Lehrplanthema die Unterrichtsgestaltung bestimmen.

Um die Themen für die Schülerinnen und Schüler lebensnah und nachvollziehbar zu erarbeiten, ist vor allem Aktualität und direkter Lebensbezug zur Welt der Kinder und Jugendlichen ausschlaggebend, was mit unterschiedlichen Mitteln erreicht werden kann, zum Beispiel durch den Rückgriff auf aktuelle Sendungen, Dokumentationen, Zeitungstexte, Filme, Lektüren u.v.m.